Wanderausstellung "Arisierung" in Leipzig

Verdrängt. Beraubt. Ermordet

Erste Station:
10. Juli - 11. November 2007
Leipzig:  Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Neubau
www.stadtgeschichtliches-museum.de
Zweite Station:
16. Mai - 5. Juli 200
Eisleben: Eisleber Synagoge/
 http://www.synagoge-eisleben.de
Dritte Station:
19. Januar – 30 April 2009
Leipzig: Henriette-Goldschmidt-Schule
Im Rahmen des Projektes „Geschichte als Lernort“
http://www.goldschmidtschule-leipzig.de
Vierte Station:
23. Oktober 2009 -3.1.2010
Krakau (PL): "Museum - Schindler - Fabrik" des Historischen Museums Krakau
http://www.mhk.pl
Weitere Stationen in Partnerstädten Leipzigs (Houston. Lyon) sind geplant
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Ein Projekt der Arbeitsgruppe „Arisierung“ des Instituts für Kultur- und Universalgeschichte Leipzig e.V. unter Leitung von Dr. sc. Monika Juliane Gibas
Träger 2006 – April 2010 : Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Unmittelbar nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 begann unter dem Schlagworten „Entjudung der deutschen Wirtschaft“ und „Arisierung“ die kulturelle und ökonomische Verdrängung der jüdischen Menschen aus der deutschen Gesellschaft.
Das Projekt „Arisierung“ in Leipzig stellt die ersten Forschungsergebnisse zu diesem Thema in Form einer Ausstellung vor. Einer interessierten Öffentlichkeit wird so erstmals anhand von Einzelschicksalen jüdischer Leipziger Unternehmer vor Augen geführt, was „Arisierung“ für die international bedeutende Handels- und Buchmetropole Leipzig bedeutete.
Die Bilanz von 12 Jahren nationalsozialistischer Diktatur war die Auslöschung des gesamten jüdischen Lebens der Stadt. Damit beraubte sich Leipzig eines seit dem 19. Jahrhundert gewachsenen wichtigen Teils seiner kulturellen und ökonomischen Identität. Dieser Verlust, der auch die Gegenwart mit prägt, wird in der Ausstellung sichtbar.
Die Schicksale des traditionsreichen Kommissionsgeschäfts für Rauchwaren und Borsten Marcus Harmelin am Brühl, des renommierten Musikverlags C.F. Peters, des Konfektionshauses Bamberger & Hertz, der überregional bedeutenden Privatbank Kroch jr. KGaA oder des Großhandelsunternehmens Gebrüder Heine Tuchhandels-AG zeigen ganz eindrücklich, wie „Arisierung“ im Zusammenspiel von Behörden, völkischer Ideologie und „ganz normalen“ Deutschen ablief, welche administrativen Grundlagen das Vorgehen bestimmten und wer die Hauptverantwortlichen, die Profiteure, Mitläufer und Zuschauer der „Arisierung“ waren.
Die Ausstellung thematisiert auch den Umgang mit dieser Vergangenheit. Sie zeigt, wie Restitution und Erinnerung in Leipzig in der DDR-Zeit und seit 1990 im vereinigten Deutschland betrieben werden.

MitarbeiterInnen

Dr. sc. Monika Juliane Gibas, Institut für Kultur- Und Universalgeschichte Leipzig e.V. (Projektleiterin)
Dr. Cornelia Briel, Provenienzforscherin, Berlin (Koratorin)
Petra Knöller, Provenienzforscherin, Institut für Kultur und Universalgeschichte Leipzig e.V. (Kuratorin)

Publikationen


Monika Gibas (Hg.): „Arisierung“ in Leipzig. Annäherung an ein lange verdrängtes Kapitel der
Stadtgeschichte. Hrsg. in Zusammenarbeit mit Cornelia Briel und Petra Knöller. Leipziger
Universitätsverlag, Leipzig 2007. (334 S.)

Spuren jüdischen Lebens in Leipzig. Sammlung, Dokumentation und Projekte im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Reihe Veröffentlichungen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Im Auftrag der Stadt Leipzig herausgegeben von Volker Rodekamp. Leipzig 2007. (Vorstellung des Ausstellungsprojektes S. 25-58)

Monika Gibas, Cornelia Briel, Petra Knöller, Steffen Held: „Arisierung“ in Leipzig. Verdrängt. Beraubt. Ermordet. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung. Herausgeber: Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Leipzig 2007. (36 S.)

„Arycazja“ w Lipsku. Wyrugowani. Ograbieni. Zarnordowani. Muzeum Historyczne
Miasta Krakowa, Kraków 2009. Polnischer Ausstellungskatalog zur Ausstellung  „Arisierung“ in Leipzig: Verdrängt. Beraubt. Ermordet. (68 S.)
 
Gibas, Monika; Briel, Cornelia; Knöller, Petra; Held, Steffen : „Aryanization“ in Leipzig. Driven out. Robbed. Morderd. Touring Exhibition Catalogue. Publisher Volker Rodekamp, Head of the Leipzig City History Museum, Leipzig 2009. (38 S.)

Umfang der Ausstellung

25 Tafeln, Format 1,05 m x 1,20 m mit Text und Fotos
1 DVD Stadtrundgang Auf den Spuren der „Arisierung“ im Leipziger Stadtzentrum (ca. 30min)
4 DVD  mit je einem Zeitzeugen-Interview (ca. 30min)
1 DVD Originalfilmausschnitte Leipzig im Nationalsozialismus (2 min)
1 CD Tonaufnahmen Judenpolitik im Nationalsozialismus (30min )

Ausstellungsdesign | Grafische Umsetzung & Aufbau | Lichtinstallation

Gruppe Holstein, Leipzig
Urban & Urban, Leipzig
augsburglicht, Leipzig.

Kontakt

Dr. sc. Monika Juliane Gibas
Institut für Kultur- Und Universalgeschichte Leipzig e.V., Oststraße 41, 04317 Leipzig
Tel. 0341- 99 00 206
Fax: 0341- 149 55 90
E-mail: monika.gibas@ uni-jena.de
Petra Knöller
Institut für Kultur- Und Universalgeschichte Leipzig e.V., Oststraße 41, 04317 Leipzig
Tel. 0341- 99 00 206
Fax: 0341- 149 55 90
E-mail: petra.knoeller@t-online.de

gefördert durch:
www.kulturstiftung-des-bundes.de